Labor-und Hautarztpraxis Prof. Dr. Peter Michael Kövary
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Private Haut-und Laborarztpraxis
 

Erläuterungen zur Problematik des Hausstaubs

Zahlreiche Patienten mit allergischer Rhinitis, Asthma und atopischer Dermatitis leiden unter einer Überempfindlichkeit auf Hausallergene  (Hausstaubmilben, Küchenschaben, Katze und Hund), die sich vor allem im Hausstaub finden. Hauptursache ganzjähriger Beschwerden wie laufende oder verstopfte Nase, juckende oder tränende Augen, Niesen sowie Asthma sind die Hausstaubmilben. Milben ernähren sich u.a. von Hautschuppen und gedeihen prächtig in warmer und feuchter Umgebung. Bevorzugte Aufenhaltsorte sind deswegen für Hausstaubmilben Betten, Polstermöbel, Teppiche, Kleidung, Schränke, Plüschtiere und Autositze. Bei positivem Nachweis in Matratzen oder Polstermöbeln kann davon ausgegangen werden, dass auch die Teppiche befallen sind. Natur-und Kunstfasern können gleich stark kontaminiert sein. Da Hausstaubmilben über „Greifhaken“   verfügen, überstehen sie auch das Staubsaugen. Somit verbleibt zur effektiven Prävention nur, die Quelle der Allergenbelastung  herauszufinden, und diese gezielt zu sanieren, damit eine Linderung der Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität eintritt.

  

1.  der chemische Nachweis von Guanin, einem Stoffwechselprodukt der Hausstaubmilben und

2.  der enzymimmunologische Nachweis einzelner häufiger Allergene (D.pteronyssinus, D.farinae, Mitegroup2 Minor Allergen (Gr2), Küchenschabe  (Blag2), Katzenepithelien (Fel d1))

 

Zur Messung des Allergengehalts in der Luft eignen sich Nasenfilter. Mit diesen können Allergene von D.pteronyssinus, D.farinae, Katzen- und Hundeepithelien und Küchenschabe nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich, parallel zum Allergennachweis auch IgE im Nasensekret zu bestimmen (mit Halogen-IgE-Test). Zu den Präventionsmaßnahmen gehören im häuslichen Milieu das „encasing“ von Bettzeug (z.B. mit "Allergocover" der Fa. Allergopharma), der  Austausch von Teppichen durch Parkett oder Fliesenböden, das Entfernen von Polstermöbeln, Vorhängen und Matratzen. Da diese Maßnahmen kostspielig sind, sollte vorher eine gezielte Abklärung erfolgen, um danach sachgerechte und patientenorientierte  Präventionsmaßnahmen einzuleiten. Da die Partikel des allergenhaltige Hausstaubs (bestehend aus den Exkrementen der Milben)  sehr klein sind, ergeben sich sehr hohe Adsorptionskräfte. Diese führen dazu, daß  die Partikel an Teppichböden, Polstermöbeln und Matratzen fest haften und sich mit einem Staubsauger nur schwer entfernen lassen. Meidung und Verringerung der Allergene oder Schutzmaßnahmen haben eine gute therapeutische Wirkung auf die Überempfindlichkeit des Patienten, ja  möglicherweise sogar auch eine prophylaktische Wirkung auf die Entwicklung einer Allergie bei risikobehafteten  Kindern atopischer Familien. Der Einsatz acarizider Mittel (z.B.Bezylbenzoat = Acarosan der  Fa. Allergopharma) als Feuchtpulver zur Grundsanierung von Teppichen und Teppichböden oder als Schaum zur Grundsanierung von Polstermöbeln, Matratzen , Kissen und anderen textilen Gegenständen und als Sprühlösung zur Folgesanierung der behandelten Textilien  führt zur Abtötung der Milben. Es gibt auch eine besondere Dareichungsform als Kaltwaschmittelzusatz (Acarail der Fa. Allergopharma). Anschließend  müssen die toten Milben  sorgfältig entfernt werden mit Hilfe von Reinigungsmitteln und durch Staubsaugen. Bei Polstermöbeln und Matratzen kann dies sehr langwierig sein. Die Reinigungsvorgänge müssen mehrmals wiederholt werden, bevor sich nach etwa 6-9 Monaten eine Besserung der klinischen Befunde einstellt. 

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